Belgica, ein kraftvoller Film und ein Soundtrack, der reinhaut
Veröffentlicht am 2 März 2016

Belgica ist eine belgische Tragikomödie (das hätte man ahnen können), inszeniert von Felix Van Groningen, dem wir auch das exzellente Alabama Monroe verdanken.
Der Pitch ist ziemlich simpel: Jo und Frank sind Brüder, sie finden sich in der Bar „Belgica" wieder, die vom jüngeren der beiden eröffnet wurde: Jo. Die Tage vergehen, die Bar wird zu einem unverzichtbaren Ort des Viertels, Frank beschließt, in das Geschäft seines Bruders einzusteigen und die Bar zu vergrößern, um daraus einen Konzertsaal und eine Diskothek zu machen.
Man verfolgt dieses ebenso unternehmerische wie durchzechte Abenteuer zweier Männer, die von einer kleinen Viertelbar zu einem riesigen Partyort aufsteigen. Alles ist dabei: die Party, die Brüderlichkeit, die Liebe, der Sex, die Drogen, noch mehr Drogen, die Familie. Dieser Film wirft alles in den Mixer und verliert kein Krümelchen der menschlichen Natur, in all ihren Zuständen.
Es ist sehr schön, es ist sehr lang, der Film scheint nie aufzuhören, manche verlassen den Saal vor dem Ende, aber der Film bleibt einprägsam, wie es Alabama Monroe war.
Ein wunderbarer Film über die soziale Durchmischung, über die menschlichen Beziehungen, über den Rausch, die Freiheit. Dieser Film ist ganz klar nicht für alle zugänglich, kann sehr langweilig erscheinen, und dennoch empfehle ich ihn euch wärmstens. Wir sind hier bei einer schönen Mischung aus Trainspotting und The Commitments.

[](http://www.berthine.fr/belgica-un-film-puissant-et-une-bo-qui-depote/belgica_bo/)
Und damit, wunderbarer Übergang, um den Soundtrack zu erwähnen, der das Wunder dieses Films ist. Eine Meisterleistung von Soulwax, das Duo hat nämlich 16 fiktive Bands erfunden, völlig glaubwürdig und absolut genial, das ist mein musikalischer Favorit des Moments.
Bildnachweis: DR
Von Paingout


